Bilk hat eine längere Geschichte als die Stadt, zu der es heute gehört. An der kleinen Kirche Alt St. Martin wird das greifbarer als bei einer Jahreszahl: Der gedrungene Bau mit seinem schlanken Turm steht für einen Ortskern, der schon bestand, als Düsseldorf noch keine Stadt war. Zwischen den umliegenden Straßen führt die Kirche zurück zu einem Dorf, das längst von der Großstadt umschlossen ist. Hier lässt sich ein Düsseldorf kennenlernen, dessen Geschichte nicht an der Altstadt beginnt.

Bereits 799 wird Bilk in einer Urkunde erwähnt; seit 1384 gehört es zu Düsseldorf. Das damalige Bilk umfasste allerdings mehr als den heutigen Stadtteil. Wer auf alten Karten nach seinem Namen sucht, begegnet deshalb einer größeren Landschaft aus Höfen und Siedlungskernen, aus der sich später unter anderem Oberbilk und Unterbilk entwickelten. Die heutigen Grenzen trennen Orte, deren Geschichte eng zusammengehört. Die Martinskirche hält dabei die Erinnerung an Kirchbilk fest, jenen historischen Siedlungskern, der zum heutigen Bilk gehört.

Südöstlich dieses alten Kerns nimmt Bilk eine andere Gestalt an. Dort liegen große Teile der Heinrich-Heine-Universität und des Universitätsklinikums, die den Stadtteil um Hörsäle, Institute und Klinikgebäude ergänzen. Zwischen den Straßen des Viertels und diesen ausgedehnten Anlagen verändert sich das Bild. Während im älteren Bilk einzelne Häuser und Straßenkreuzungen die Orientierung bestimmen, treten auf dem Universitätsgelände Wege zwischen größeren Gebäuden und Grünflächen an ihre Stelle. Mit Universität und Klinikum gehören Lernen, Forschung und medizinische Versorgung zur Gegenwart eines Viertels, das lange vor diesen Einrichtungen existierte.

Wie anschaulich Wissenschaft außerhalb eines Hörsaals werden kann, zeigt der Botanische Garten im Süden des Campus. Seine Pflanzen sind nicht allein nach ihrer Herkunft geordnet; auch ihre Verwandtschaft und ihre Anpassung an unterschiedliche Lebensbedingungen bestimmen die Anlagen. Der Garten gehört zur Universität und verbindet die Sammlung mit Forschung und Lehre. Auf Straßen und große Gebäude folgen hier Beete, Gehölze und Wege, an denen sich der Blick auf einzelne Blätter und Wuchsformen richtet. Aus dem weiten Universitätsgelände wird eine Landschaft, die sich im Kleinen erschließt.

Über dieser Pflanzenwelt erhebt sich die gläserne Kuppel des Kaltgewächshauses. Darin wachsen unter anderem Arten aus dem Mittelmeerraum, aus Südafrika und aus Neuseeland, deren Herkunft den Blick weit über Düsseldorf hinausführt. Viele stammen aus Gegenden mit warmen, trockenen Sommern und regenreichen Wintern. Zwischen der Kuppel und Alt St. Martin liegt ein weiter Bogen durch Bilk: vom alten Kirchdorf zu einer Universität, die andere Weltgegenden in ihren Garten holt. Die steinerne Kirche und das gläserne Gewächshaus stehen weit auseinander; zusammen machen sie Bilks lange Zeitspanne im Stadtbild sichtbar.

Quellen und Datenstand

Stand und Abruf: 2026-10-17. Grundlagen: Stadt Düsseldorf: Geschichte des Stadtbezirks 3, Pfarrgemeinde: Alt St. Martin, Botanischer Garten der HHU und Visit Düsseldorf: Botanischer Garten.