Für einen Parkbesuch Eintritt zu zahlen, wirkt beim heutigen Florapark wie eine Nachricht aus einer anderen Stadt. Dabei begann der kleine Garten in Düsseldorf-Unterbilk genau so: Eine private Aktiengesellschaft finanzierte seine Anlage, Eintrittsgelder sollten den Unterhalt tragen. Zum Programm gehörten ein Palmenhaus und gesellige Vergnügungen. Erst 1902 übernahm die Stadt den Park. Der Weiher und die geschwungenen Wege gehören noch zum Bild, während das Palmenhaus längst verschwunden ist. Unterbilk besitzt hier keinen unveränderten Garten, sondern einen Ort mit einer wechselnden Vorstellung davon, wofür städtisches Grün da sein soll.

Dass aus einem privaten Ausflugsziel ein öffentlicher Park wurde, passt zu einem Viertel, dessen eigene Bezeichnung jünger ist als viele seiner historischen Zusammenhänge. Unterbilk gehörte ursprünglich zu Bilk; die städtische Bezirksgeschichte verzeichnet den Namen auf einer Karte von 1891. Der heutige Stadtteil liegt zwischen der Innenstadt und dem weiteren Stadtsüden. Westlich schließt der Hafen als eigener Stadtteil an. Das ist wichtig, weil der MedienHafen in Beschreibungen der Umgebung oft sehr viel Raum einnimmt, Unterbilk aber nicht auf die benachbarten Hafenbilder reduziert werden sollte.

Was unter den Parkwegen liegt

Eine zweite Grünanlage erzählt von einer anderen Art verschwundener Grenze. Rund um Kaiserteich und Schwanenspiegel gestaltete Maximilian Weyhe ein Gelände, das zuvor zur Befestigung Düsseldorfs gehört hatte. In die Parklandschaft gingen Reste dieser militärischen Anlagen ein. Die geschwungenen Ufer wirken deshalb gerade nicht wie ein Festungsplan, obwohl ihre Vorgeschichte eng mit einem solchen verbunden ist. Die Stadt musste ihre Grenzen erst abbauen, bevor hier ein anderer Umgang mit Wasser und Freiflächen möglich wurde.

Am Kaiserteich steht das Ständehaus, das diesen Wandel auf einer weiteren Ebene fortsetzt. Zwischen 1876 und 1880 errichtet, diente es später von 1949 bis 1988 dem nordrhein-westfälischen Landtag. Seit 2002 gehört es als K21 zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Wo einst parlamentarisch beraten wurde, wird heute Kunst gezeigt. Das Gebäude hat seine repräsentative Wirkung damit nicht verloren; verändert hat sich, welche Art von Öffentlichkeit es aufnimmt. Der Blick über den Teich verbindet diese aufeinanderfolgenden Nutzungen, statt sie in getrennte Geschichten zu zerlegen.

Zwischen solchen größeren Orten bleiben die Straßen ein eigener Teil Unterbilks. Auf der Lorettostraße stehen Häuser mit Stuckfassaden über Läden und gastronomischen Angeboten. Hier ordnet nicht ein einzelnes Monument das Bild, sondern die Folge der Häuser und Erdgeschosse. Das ist eine andere Form von Stadt als der Park oder das frühere Parlament: kleinteiliger, mit mehreren Anlässen, eine Straße aufzusuchen, und ohne gemeinsamen institutionellen Zweck.

Von dort zurück zum Florapark bekommt dessen bescheidene Größe eine zusätzliche Bedeutung. Der Garten muss nicht mehr mit einem Palmenhaus beeindrucken, um im Viertel einen Platz zu haben. Während das Ständehaus seine Aufgabe wechselte und aus Festungsflächen Parkwege wurden, blieb auch dieser Garten nicht bei seiner ersten Bestimmung. Unterbilks Geschichte liegt nicht nur in dem, was erhalten wurde, sondern ebenso in den Nutzungen, die an seine Stelle traten.

Quellen und Datenstand

Stand und Abruf: 2026-10-17. Wesentliche Originalquellen: Floragarten, Ständehausanlagen, Ständehaus beim Landtag NRW und die Darstellung der Lorettostraße.