Ein Schloss am Ende einer Allee, ein Künstlergarten und ein Hof aus Backstein: Pempelforts Kulturgeschichte hat sehr unterschiedliche Außenräume. Sie liegen nördlich der Düsseldorfer Innenstadt und gehören nicht zu einem einzigen großen Museumsgelände. Zwischen ihnen erstreckt sich ein dicht bebauter Stadtteil, dessen Straßen die Wege von einem Ort zum nächsten aufnehmen. Gerade weil die Kunst hier nicht hinter einer gemeinsamen Eingangstür beginnt, lohnt sich der Blick auf ihre Nachbarschaft.
Am Schloss Jägerhof ist diese Verbindung besonders deutlich. Der Bau aus dem 18. Jahrhundert bildet den Blickpunkt einer Allee im Hofgarten; heute beherbergt er das Goethe-Museum. Das Schloss steht damit nicht nur für eine höfische Vergangenheit, sondern auch für einen späteren Umgang mit ihr: Aus einem repräsentativen Gebäude wurde ein Ort für Literatur und Kulturgeschichte. Große Teile des Hofgartens liegen in Pempelfort, nicht jedoch der gesamte Park. Seine Wege führen über die Stadtteilgrenze hinaus und verbinden den Jägerhof mit der Innenstadt.
Während das Schloss den Blick in die kurfürstliche Zeit lenkt, erzählt der nahe Malkasten von den Künstlern des 19. Jahrhunderts. Der 1848 gegründete Verein ist mit dem ehemaligen Jacobi-Besitz und dessen Garten verbunden. Bis heute gehören Ausstellungen, Gespräche und Veranstaltungen zu seinem Programm. Das ist eine andere Form von Kultur als die Sammlung im Museum: Sie entsteht auch daraus, dass Menschen sich begegnen, Arbeiten zeigen und über Kunst sprechen. Der Garten ist dabei nicht bloß eine grüne Umrandung, sondern Teil der Geschichte dieses Treffpunkts.
Vom Garten zum Hof wechselt die Form der Öffentlichkeit. Am Ehrenhof, näher am Rhein, ordnen Backsteinfassaden und eine lange Blickachse den Raum. Wilhelm Kreis gestaltete das Ensemble für die GeSoLei-Ausstellung von 1926. Die heutige Tonhalle entstand als Mehrzweckhalle und wurde auch als Planetarium genutzt; Kunstpalast und NRW-Forum gehören zur Anlage. Wo beim Jägerhof eine Allee auf ein einzelnes Schloss zuläuft, fassen hier mehrere Bauten einen gemeinsamen Außenraum. Schon ohne Ausstellungsticket lässt sich an ihrer Anordnung ablesen, wie groß Düsseldorf seine Kultur damals in Szene setzte.
Pempelfort endet allerdings nicht an diesen repräsentativen Orten. Die Nordstraße, die gelegentlich irrtümlich Derendorf zugerechnet wird, liegt ebenfalls hier und bildet einen wichtigen Einkaufsbereich des Viertels. Rund um solche Straßen treten die Kulturadressen zurück in ein Netz aus Häusern, Läden und Kreuzungen. Das verändert auch den Blick auf Schloss und Ehrenhof: Sie stehen nicht außerhalb der bewohnten Stadt, sondern gehören zu ihr. Zwischen einem Gartenweg und einer Einkaufsstraße braucht Pempelfort deshalb keinen großen Auftritt. Die Übergänge sind längst eingebaut.
Quellen und Datenstand
Stand und Abruf: 2026-10-17. Grundlagen: Stadt Düsseldorf: Pempelfort, baukunst-nrw: Ehrenhof und GeSoLei, Goethe-Museum Düsseldorf und Künstlerverein Malkasten.